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Mainz, 30. Januar 2007

„Hallo Baby“ – Neue Versorgungsperspektive für Schwangere in Rheinland-Pfalz

Betriebskrankenkassen schließen landesweit ersten Vertrag zur Vorsorge von Früh- und Risikogeburten

Schwangeren Frauen im Land bieten sich nun bessere medizinische Betreuungsmöglichkeiten: Mit „Hallo Baby“ haben die Betriebskrankenkassen (BKK) und der Berufsverband der Frauenärzte in Rheinland-Pfalz ein integriertes Versorgungsprojekt ins Leben gerufen, das Frühgeburten vermeiden sowie die angemessene Behandlung des bisher oft vernachlässigten Schwangerschaftsdiabetes sicherstellen soll. Wesentliche Grundlage dafür bilden die aufeinander abgestimmte Zusammenarbeit von niedergelassenen Gynäkologen und Kliniken mit besonderer Qualifikation bei der Behandlung von Früh- und Risikogeburten sowie die umfassende Information der Schwangeren. „Hallo Baby“ ist das erste Projekt dieser Art in Rheinland-Pfalz, bundesweit haben bislang nur die Betriebskrankenkassen in Nordrhein-Westfalen und Bayern ähnliche Programme vereinbart.

Frühgeburten durch Früherkennung meist vermeidbar

Rund 32.000 Kinder wurden 2005 in Rheinland-Pfalz geboren. Die meisten Schwangerschaften und Geburten verliefen ohne Komplikationen. Etwa neun Prozent kamen jedoch vor Ende der 37. Schwangerschaftswoche als „Frühchen“ auf die Welt. Sehr früh geborene Kinder tragen dabei oft dauerhafte Schäden davon, die einen erheblichen medizinischen Behandlungsaufwand erfordern. Dies bedeutet zum einen für die Betroffenen viel Sorgen, zum anderen verursachen Frühgeburten und ihre Folgebehandlung sehr hohe Kosten. Ausgelöst werden die Frühgeburten meist durch Genitalinfektionen bei den schwangeren Frauen. Weitere Risikofaktoren sind neben Rauchen und Alkoholkonsum auch eine ungesunde Ernährung oder psychische Belastungen. Ein Großteil der Frühgeburten lässt sich allerdings durch rechtzeitige Früherkennung dieser Risikofaktoren vermeiden.

„Dazu bedarf es eines funktionierenden Netzwerkes von niedergelassenen Gynäkologen und Klinikärzten“, so Dr. Werner Harlfinger, rheinland-pfälzischer Landesvorsitzender des Berufsverbandes der Frauenärzte. „Mit ‚Hallo Baby’ brechen wir die bisher starren Grenzen zwischen den ambulanten und stationären Versorgungsbereichen auf und stärken die strukturierte Zusammenarbeit zu Gunsten der Gesundheit von Mutter und Kind.“

Praktisch bedeutet dies, dass der niedergelassene Gynäkologe als zentraler und koordinierender Ansprechpartner agiert. Er betreut die Frauen von Beginn der Schwangerschaft an und führt eine umfangreiche Risikoanamnese durch. Sollte eine Frühgeburt drohen, werden die Betroffenen in ein teilnehmendes Krankenhaus mit Perinatalzentrum bzw. geburtshilflich-neonatologischem Schwerpunkt überwiesen, eren Versorgungsstruktur die Chancen von Frühgeburten erheblich verbessert. 

Schwangerschaftsdiabetes bislang vernachlässigt

Wesentlicher Baustein von „Hallo Baby“ ist auch die frühzeitige Erkennung und Behandlung des Schwangerschaftsdiabetes. Um eine möglichst sichere Diagnose darüber stellen zu können, kommen daher bei Risikopatientinnen orale Glucosetoleranztests zum Einsatz. Diese Tests waren bisher keine Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung, Patientinnen mussten sie aus eigener Tasche zahlen. Mit „Hallo Baby“ entfallen allerdings diese Zusatzkosten. Die Anzahl der von Schwangerschaftsdiabetes betroffenen Frauen steigt seit einigen Jahren kontinuierlich an; dafür verantwortlich sind vor allem zunehmendes Übergewicht und unausgewogene Ernährung bei den werdenden Müttern. Klingt der Schwangerschaftsdiabetes bei den Frauen nach der Entbindung meist wieder ab, werden die möglichen Folgen für die Geburt selbst und das Kind bisher allerdings meist unterschätzt. So erhöht sich das Risiko einer Frühgeburt. Häufig leiden die Kinder an Gelbsucht und sind in der Regel größer und schwerer als Babys nicht betroffener Mütter. Bei Schwangerschaftsdiabetes ist daher eine Entbindung per Kaiserschnitt meist unumgänglich. Darüber hinaus kann er bei Kindern zu langfristigen Folgeerkrankungen wie Diabetes Typ 1 führen. Eine rechtzeitige Früherkennung des Schwangerschaftsdiabetes bedeutet daher gleichzeitig Prävention von Kinderdiabetes.

„Mit ‚Hallo Baby’ schließen wir eine Lücke in der medizinischen Versorgung von Schwangeren“, betont Axel Benz, Vorstandsvorsitzender des BKK Landesverbandes Rheinland-Pfalz und Saarland. „Mit gezielten Maßnahmen zur Vorsorge von Früh- und Risikogeburten können die BKK Versicherten Leistungen in Anspruch nehmen, die über die Regelversorgung der gesetzlichen Krankenkassen hinausgehen.“ 


Weitere Informationen erhalten Sie bei:

BKK Landesverband Rheinland-Pfalz und Saarland
Dr. Marietta Czioska
Essenheimer Str. 126, 55128 Mainz
Tel.: (0 61 31) 33 05 67, Fax: (0 61 31) 33 05 72
E-Mail: mczioska@bkk-rps.de

Berufsverband der Frauenärzte e.V.
Landesverband Rheinland-Pfalz
Landesvorsitzender: Dr. med. Werner Harlfinger
Emmeransstr. 3, 55116 Mainz
Tel.: (0 61 31) 22 02 22, Fax: (0 61 31) 23 37 10


 


Bildausschnitt: Junge Mutter mit ihrem Baby auf dem Arm.