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Bild zeigt junges Mädchen, das den Arzt untersucht.

Organspende – Ja oder Nein?

Saarländische Informationskampagne will Entscheidungshilfe leisten

Organspende ist für viele Menschen nach wie vor ein Tabuthema. Gründe sind zumeist die Angst vor der Konfrontation mit dem eigenen Tod oder falsche Vorstellungen vom Ablauf einer Organentnahme und ihren gesetzlichen Voraussetzungen. Dies verhindert häufig eine unvoreingenommene Auseinandersetzung mit der Frage: Organspende – Ja oder Nein? Ein breites Bündnis von Gesundheitspartnern im Saarland will nun Entscheidungshilfe leisten: Mit einer Informationskampagne unter Federführung des Gesundheitsministeriums wollen sie für Organspende sensibilisieren. Vorurteile und Bedenken sollen soweit abgebaut werden, dass sich mehr Menschen im Land eigenverantwortlich für oder gegen eine Organspende entscheiden.

Derzeit warten in Deutschland ca. 12.000 Menschen auf eine lebensrettende Transplantation. Jährlich stehen jedoch nur etwa 4.600 Organe zur Übertragung bereit, drei Menschen sterben daher im Schnitt täglich. Auch im Saarland, das in den letzten Jahren bei der Zahl der Organspender pro eine Million Einwohner über dem Bundesdurchschnitt lag, sanken die Organspendezahlen im Jahr 2008 auf 13,5 Spender pro eine Million Einwohner.

Diesen Rückgang nimmt das Saarland zum Anlass, eine Informationskampagne zum Thema Organspende zu starten. Unterstützt wird das Gesundheitsministerium von der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO), dem Transplantationszentrum der Universitätsklinik Homburg/Saar, Ärzten, Krankenkassen, Krankenhäusern, Gesundheitsämtern, Selbsthilfegruppen, Apotheken sowie Pflegediensten.

Information und Aufklärung im Mittelpunkt

Die Kampagne soll viele der Vorurteile und Missverständnisse ausräumen, mit denen die Organspende behaftet ist. Die meisten Menschen wissen zwar, wie wichtig sie sind. Aber nur wenige sehen sich selbst als potenziellen Spender und dokumentieren ihre Entscheidung in einem Organspendeausweis.

In Informationsveranstaltungen soll die Öffentlichkeit über alle Aspekte der Organspende und Transplantationsmedizin aufgeklärt werden. Eine neu aufgelegte Broschüre wird in Arztpraxen, Krankenhäusern und Apotheken, bei den Krankenkassen, Gesundheitsämtern sowie in Rathäusern und Gemeindebüros ausgelegt und gibt Antworten auf die häufigsten Fragen zur Organspende.

Darüber hinaus sind Fortbildungen und Schulungsprogramme für medizinisches Fachpersonal - Ärzte, Krankenschwestern und -pfleger, Rettungsassistenten - vorgesehen. Gerade Hausärzte sind oft erste Ansprechpartner bei der Entscheidung, sich als möglicher Organspender auszuweisen.

Organspende ein gesamtgesellschaftliches Anliegen

Organspende ist ein gesamtgesellschaftliches Anliegen, dem man sich nicht verschließen sollte. Jeder kann in die Situation geraten, entweder selbst ein Organ zu benötigen, oder als Angehöriger über eine Organspende eines Verstorbenen entscheiden zu müssen. In diesen Fällen ist es für die Angehörigen eine deutliche Erleichterung, wenn sie den Willen des Verstorbenen kennen.

Informationen zur Organspende erhalten Sie bei Ihrer BKK oder auch am Infotelefon Organspende unter der gebührenfreien Rufnummer 0800-90 40 400. Das Infotelefon Organspende ist ein gemeinsames Projekt der DSO und der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.